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Markttrends und Herstellerempfehlungen in der Photovoltaik-Branche

Grafik: Die Top-5 Solarmodulhersteller im Jahr 2024, angeführt von Jinko Solar (China), gefolgt von LONGi, JA Solar, Trina Solar und Canadian Solar. Die PV-Branche wird aktuell von einigen großen Herstellern geprägt – allen voran Unternehmen aus China. Laut dem PV-Modul-Ranking 2024 war Jinko Solar der weltweit größte Modulproduzent, gefolgt von LONGi Green Energy, JA Solar, Trina Solar und Canadian Solar. Diese Big Five vereinen zusammen fast die Hälfte des globalen Marktvolumens (gemessen an Produktions- und Liefermengen) auf sich. Sie zeichnen sich durch enorme Fertigungskapazitäten, modernste Zelltechnologien und aggressive Preise aus. Insbesondere Jinko und Trina treiben die Massenproduktion neuer N-Typ-Module (TOPCon-Technologie) voran und bieten Solarmodule mit Wirkungsgraden über 22 % zu sehr konkurrenzfähigen Kosten.

Die Dominanz der chinesischen Hersteller hat klare Ursachen. Bedeutende Erfolgsfaktoren der chinesischen Modulhersteller sind unter anderem:

·       Skaleneffekte durch Massenproduktion: Riesige heimische PV-Nachfrage und hohe Produktionskapazitäten führen zu sinkenden Stückkosten[2].

·       Technologie-Innovationen: Umfangreiche Investitionen in Forschung & Entwicklung sowie Kooperationen ermöglichen stetige Effizienzsteigerungen der Produkte[2].

·       Staatliche Unterstützung: Subventionen, Steuererleichterungen und günstige Kredite der chinesischen Regierung begünstigen Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit[3].

·       Niedrige Produktionskosten: Günstigere Arbeitskosten und Rohstoffpreise erlauben es, Module zu äußerst niedrigen Preisen anzubieten.

Dank dieser Vorteile sind Marken wie JinkoSolar, LONGi, JA Solar und Trina Solar als Tier-1-Hersteller etabliert – ein Hinweis auf ihre hohe Zuverlässigkeit und Qualität. Experten zählen etwa LONGi (den weltgrößten Wafer-Produzenten) zu den Technologieführern; Unternehmen wie LONGi, JinkoSolar und Trina kombinieren herausragende Wirkungsgrade mit günstigen Preisen und gelten als die aktuell besten Solarzellen-Produzenten weltweit. Interessant ist zudem, dass in den neuesten Rankings 2024 vereinzelt Nicht-Chinesische Hersteller in die Top-10 vorgerückt sind (etwa Indiens Adani Solar, Singapurs EliTe Solar oder Japans VSUN Solar). Insgesamt dominieren jedoch chinesische Konzerne die Spitzenplätze des Weltmarktes – getrieben von ihrem langen Atem in einem harten Preiswettbewerb.

Zur Marktsituation: Durch den schnellen Kapazitätsausbau entstand zuletzt ein Überangebot an Modulen, das trotz boomender Solarnachfrage nicht vollständig abgebaut werden konnte. Dies führte zu einem dramatischen Preisverfall – innerhalb weniger Jahre sanken die durchschnittlichen Modulpreise von ca. 0,24 US$ auf 0,08 US$ pro Watt (über 70 % Rückgang). Diese Entwicklung setzt die Margen der Hersteller unter Druck und macht Größe und Effizienz umso wichtiger für das Überleben am Markt. Chinas Top-Hersteller konnten hier mit Größenvorteilen und technologischer Aufrüstung gegensteuern und so ihre führende Stellung behaupten.

Technologische Trends: N-Typ-Zellen, höhere Wirkungsgrade und Glas-Glas-Module

Ein wesentlicher Technologietrend in der PV-Produktion ist der Übergang von herkömmlichen p-Typ/PERC-Zellen zu n-Typ-Zellen. Insbesondere die TOPCon-Technologie (Tunnel Oxide Passivated Contact) auf n-Typ-Basis setzt sich schnell als neuer Standard für hocheffiziente Solarzellen durch. N-Typ-Module bieten Vorteile bei Wirkungsgrad und Alterungsbeständigkeit – sie degradieren weniger und liefern somit langfristig höhere Erträge. Viele führende Hersteller haben 2023/24 begonnen, ihre Massenproduktion auf TOPCon umzustellen. So melden Unternehmen wie JA Solar, Jinko und Trina Solar regelmäßig neue Wirkungsgrad-Rekorde für ihre n-Typ-Module im Labor, mit Spitzenwerten von über 25 % Zellwirkungsgrad und Prototyp-Modulen jenseits 700 W Leistung. TOPCon hat sich als Mainstream-Pfad der aktuellen PV-Generation etabliert – die meisten chinesischen Marktführer fokussieren darauf. Parallel dazu fördern einige Hersteller (z.B. LONGi oder Aiko Solar) alternative Zellarchitekturen wie Back-Contact-Zellen, um ebenfalls Höchstwirkungsgrade zu erzielen. So hat LONGi etwa mit seiner neuen HPBC-Zelltechnologie (Hybrid Passivated Back Contact) Module mit über 24 % Wirkungsgrad und ~650 W Leistung in den Markt gebracht. Perspektivisch könnten Tandemsolarzellen (Kombination von Silizium mit Perowskit) den nächsten Effizienzsprung bringen – Trina Solar präsentierte 2023 bereits ein Labormodul mit spektakulären 30,6 % Wirkungsgrad. Noch sind solche Werte im kommerziellen Bereich Zukunftsmusik, doch der rasante Fortschritt bei n-Typ und Back-Contact-Zellen zeigt, wie intensiv der Wettlauf um effizientere Solarzellen geführt wird.

Auch Heterojunction-Technologie (HJT) gewinnt an Bedeutung. HJT-Zellen kombinieren amorphes und kristallines Silizium und erreichen sehr hohe Wirkungsgrade bei niedriger Degradation. Hersteller wie Meyer Burger setzen konsequent auf HJT, und auch in Asien (z.B. Huasun) wurden HJT-Module mit über 23 % Modulwirkungsgrad vorgestellt. Zwar ist HJT aktuell noch teurer in der Fertigung als TOPCon, doch verbesserte Verfahren könnten diese Technologie in den nächsten Jahren wettbewerbsfähiger machen.

Ein weiterer Trend ist die Bauweise der Module selbst. Glas-Glas-Module – bei denen Vorder- und Rückseite aus Glas bestehen – werden immer populärer. Diese Module sind mechanisch stabiler, langlebiger und vor allem ideal für bifaziale Anwendungen (Zellen erhalten Lichteinstrahlung von vorne und hinten). Durch Bifazialität und bessere Versiegelung erzielen Glas-Glas-Module höhere Erträge, selbst bei diffusen Lichtverhältnissen, und sie weisen oft längere Garantiedauern auf. Viele Hersteller bieten ihre Premium-Module inzwischen standardmäßig als Glas-Glas-Variante an, um durch Langlebigkeit und Leistung einen Mehrwert zu schaffen. Neben der Zelltechnologie tragen auch größere Waferformate und optimierte Moduldesigns zum Leistungszuwachs bei: Moderne Standardmodule für Dachanlagen erreichen heute 400–450 W, während Großmodule für Solarparks sogar 600 W und mehr leisten können. Insgesamt folgt die Technologieentwicklung in der PV-Branche dem Motto „höherer Wirkungsgrad bei niedrigeren Kosten“, was durch neue Zellkonzepte und robuste Moduldesigns umgesetzt wird.

Europäische und internationale Hersteller: Qualität und Spezialtechnologien

Automatisierte Modulfertigung bei Meyer Burger in Freiberg: Europäische Hersteller setzen auf Innovation und Qualität „Made in Europe“. Neben den chinesischen Volumenherstellern gibt es weltweit weitere Modulproduzenten, die sich über höchste Qualität, regionale Fertigung oder Spezialtechnologien profilieren. Insbesondere einige europäische Unternehmen punkten bei Kunden, die Wert auf Herkunft und Verarbeitung legen.

Meyer Burger etwa – ursprünglich in der Schweiz gegründet – betreibt seit 2020 wieder Fertigungsstätten in Deutschland (Solarzellen in Bitterfeld-Wolfen, Modulmontage in Freiberg). Meyer Burger setzt auf eine eigene Zelltechnologie: die Kombination aus Heterojunction-Zellen und SmartWire-Verschaltung. Diese Technik ermöglicht sehr effiziente und ästhetische Module. Die in Deutschland hergestellten Module (aktuell ca. 380–400 Wp, auch in komplett schwarzer Optik erhältlich) sind zwar etwas teurer als Massenprodukte aus Fernost, bieten dafür exzellente Leistungsdaten und europäische Qualitätsstandards. Durch innovative Produktionsverfahren wie HJT und SmartWire will Meyer Burger neue Maßstäbe in puncto Energieertrag setzen. Das Unternehmen profitiert – wie auch andere deutsche Hersteller – von der hiesigen Forschungsinfrastruktur und Kooperationen mit Instituten, um seine Produkte kontinuierlich zu verbessern.

Ein weiterer renommierter Name ist Solarwatt aus Dresden. Solarwatt, gegründet 1993, spezialisiert sich auf hochwertige Glas-Glas-Module für Wohnhäuser und Gewerbedächer. Die Module zeichnen sich durch besondere Langlebigkeit und eine hohe Belastbarkeit aus – ideal für Kunden, die ein robustes “Made in Germany”-Produkt suchen. Solarwatt bietet außerdem integrierte Systemlösungen an (z.B. kombinierte Angebote von PV-Modulen mit Stromspeichern für Eigenheime), was ihnen einen Ruf als Premium-Systemanbieter eingebracht hat.

Auch Hanwha Qcells – ehemals Q‑Cells – spielt eine besondere Rolle. Das Unternehmen hat deutsche Wurzeln (gegründet in Bitterfeld-Wolfen) und gehört heute zum südkoreanischen Hanwha-Konzern. Qcells betreibt weiterhin Fertigung in Deutschland und investiert aktuell massiv in neue Modulwerke in den USA, um lokale Märkte zu bedienen. Technologisch hat Qcells lange auf die eigene PERC-Variante Q.ANTUM gesetzt, die weit verbreitet ist. Nun haben sie mit Q.TRON eine neue N-Typ-Modulserie auf TOPCon-Basis eingeführt, die Wirkungsgrade bis zu 22,5 % erreicht (Module bis ca. 440 W). Q.TRON-Module verbinden die bewährte Qcells-Qualität mit modernster Zelltechnologie und sind sowohl in Europa als auch in Nordamerika für anspruchsvolle Dachanlagen positioniert. Qcells zeigt damit, dass auch ein ursprünglich deutsches Unternehmen in asiatischer Hand technologisch vorne mitspielen und Fertigung in Westlich geprägten Märkten aufbauen kann – was für die Diversifizierung der Lieferkette wichtig ist.

Neben diesen Beispielen lohnt sich der Blick auf weitere europäische Marken. Einige, wie AE Solar (ein deutsch-gegründeter Hersteller) oder REC Solar (norwegische Wurzeln, mittlerweile Teil von Reliance Industries/Indien), haben Nischen besetzt: Sie bieten etwa ästhetische All-Black-Module, spezielle Formate oder extra lange Garantien an. Diese Produkte zielen oft auf Kunden, die bereit sind, für bestimmte Features oder Herkunft etwas mehr zu bezahlen. Auch Sonnenstromfabrik (CS Wismar) in Deutschland oder aleo solar (Prenzlau) produzieren weiterhin Module in Europa und werben mit hoher Qualität und Nachhaltigkeit in der Fertigung.

Premium-Hersteller im PV-Modulmarkt seien ebenfalls erwähnt. Hierzu zählt vor allem SunPower/Maxeon. SunPower aus den USA hat seine Modulproduktion in die ausgegliederte Firma Maxeon (mit Sitz in Singapur) überführt, welche weiterhin die berühmten IBC-Zellen (Interdigitated Back Contact) fertigt. Die Maxeon-Module gehören zu den effizientesten weltweit – aktuelle Serien erreichen über 22 % bis rund 24 % Wirkungsgrad und halten diesen Rekord in der kommerziellen Fertigung. Bemerkenswert ist die außergewöhnliche Garantie: Maxeon gewährt auf einige Modulreihen bis zu 40 Jahre Produkt- und Leistungsgarantie, was das Vertrauen in die Langlebigkeit dieser Module unterstreicht. Diese Premium-Panels haben ihren Preis, finden aber Anwendung bei Kunden mit begrenztem Platz (wo jede Extra-Watt zählt) oder hohen Qualitätsansprüchen – beispielsweise bei anspruchsvollen Architekturlösungen oder gewerblichen Anlagen, wo maximale Leistung pro Fläche gefragt ist. Ein weiterer Premium-Name war lange LG Electronics: Die Solarmodule von LG (z.B. die NeON-Serie mit N-Typ-Zellen und teils Back-Contact-Technik) galten als Spitzenprodukte hinsichtlich Effizienz und Design. LG hat sich jedoch 2022 entschlossen, das Solarmodul-Geschäft aufzugeben. Die Entscheidung fiel aufgrund erhöhten Preisdrucks und unsicherer Rahmenbedingungen; bis Mitte 2022 stellte LG die Panel-Produktion ein, unterstützt aber bestehende Kunden noch eine Weile weiter. Der Rückzug von LG zeigt, wie herausfordernd der Solarmarkt selbst für etablierte Elektronikkonzerne geworden ist. Nichtsdestotrotz bleibt mit Maxeon/SunPower ein Premium-Anbieter im Markt, der die technische Spitze repräsentiert und dem Wettbewerb Impulse gibt.

Empfehlungen für Installateure und Kunden

Angesichts der Marktlage und Technologievielfalt stellt sich die Frage: Welche Modulhersteller soll man für ein PV-Projekt wählen? Eine pauschale Antwort gibt es nicht – die Wahl hängt von Budget, Qualitätsanspruch und Projektanforderungen ab. Folgende Empfehlungen lassen sich jedoch aus den aktuellen Trends ableiten:

  • Bewährte Tier-1-Hersteller (vor allem aus China): Für die meisten Standard-Projekte sind die großen Tier-1-Marken eine sichere Wahl. Anbieter wie Jinko, Trina, JA Solar, LONGi, Canadian Solar überzeugen mit solider Qualität, hoher Verfügbarkeit und guten Garantieleistungen. Ihre Module liefern zuverlässig die versprochene Leistung und sind preislich sehr attraktiv – ideal für kostensensitive Projekte vom Einfamilienhaus bis zur Gewerbeanlage. Die breite Marktpräsenz dieser Hersteller sorgt zudem für schnelle Lieferzeiten und Ersatzteilversorgung im Garantiefall.

  • Regionale Alternativen mit besonderen Features: Wer Wert auf lokale Fertigung oder spezielle Produkteigenschaften legt, sollte einen Blick auf europäische Hersteller werfen. Meyer Burger und Solarwatt bieten z.B. Module „Made in Germany“ mit hochwertigen Materialen und innovativen Technologien (HJT, Glas-Glas) an. Auch Qcells fertigt teilweise in Europa/USA und kombiniert zuverlässige Performance mit leichten Effizienzvorteilen (TopCon). Solche Module sind meist etwas teurer, können aber durch bessere Nachhaltigkeit, edles Design (z.B. tiefschwarze Module) oder längere Haltbarkeit überzeugen. Für Kunden, denen Herkunft und Premium-Qualität wichtig sind, sind diese Marken eine gute Option.

  • High-End-Module für Spezialansprüche: In Projekten, wo maximale Effizienz und Lebensdauer oberste Priorität haben (z.B. bei begrenzter Dachfläche oder Prestigeobjekten), kommen Premium-Module in Betracht. SunPower/Maxeon-Module mit IBC-Zelltechnologie erreichen zurzeit die höchsten Wirkungsgrade am Markt (über 22 %) und bieten einzigartig lange Garantien bis 40 Jahre. Sie liefern mehr Energie auf begrenztem Raum und behalten ihre Leistung über Jahrzehnte exzellent bei. Auch wenn sie teuer sind, kann sich die Investition in speziellen Fällen durch den Mehrertrag oder die extreme Langlebigkeit rechtfertigen. (Ehemalige Premium-Alternativen wie LG sind nicht mehr verfügbar, seit LG 2022 aus dem Solargeschäft ausgestiegen ist.)

Fazit

Der Solarmarkt entwickelt sich dynamisch weiter. Während chinesische Großhersteller den Markt mit günstigen und immer effizienteren Modulen überschwemmen, setzen europäische und amerikanische Anbieter auf Qualität, Innovation und Nischenstrategien. Ein klarer Trend ist, dass N-Typ-Technologien und Glas-Glas-Bauweisen bei immer mehr Herstellern zum Standard werden, um sich durch Langlebigkeit und hohe Performance vom Wettbewerb abzusetzen. Für Installateure bedeutet das: Sie können heutzutage aus einer Fülle von hervorragenden Modulen wählen. Ob ein günstiges Tier-1-Modul für die Durchschnittsanwendung, ein in Europa gefertigtes Qualitätsmodul für den bewussten Kunden oder ein High-End-Panel für maximale Leistung – für jede Anforderung gibt es den passenden Hersteller. Wichtig ist, die Bedürfnisse des Kunden und die Projektziele in den Vordergrund zu stellen. Anhand der oben skizzierten Markttrends und Herstellerprofile lassen sich fundierte Empfehlungen aussprechen, sodass jede Photovoltaik-Anlage – vom kleinen Hausdach bis zum Solarpark – optimal ausgestattet werden kann.

Markttrends und Herstellerempfehlungen in der Photovoltaik-Branche

19.08.2025 Photovoltaik
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